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Reparatur MBO DIGIMED 2/30 Blutdruckmessgerät

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mbo_digimed_lcd_defekt

Dieser Tage erreichte mich ein defektes Blutdruckmessgerät MBO DIGIMED 2/30. Das LC Display war gestört und zeigte nicht mehr alle Segmente an. Günstige Consumer Geräte setzen in der Regel maßgeschneiderte LCDs ein die dann von einem entsprechenden Treiberbaustein oder Mikrocontroller angesteuert werden. Ist der Kontakt zwischen dem Treiber und dem eigentlichen Display Glas gestört macht sich das durch fehlende Segmente bemerkbar.

Da das LCD in diesem Gerät nicht durch einen flexibel Kontaktstreifen (Zebrastrip) kontaktiert wird war es mit Kontakte reinigen und wieder zusammenbauen nicht getan. Trotzdem konnte ich die Funktion wieder herstellen.

Diese Anleitung dürfte sich auf ähnliche Geräte ohne Probleme übertragen lassen.

Benötigtes Werkzeug:

  • Schraubenzieher Philips Größe 0 (PH 0)
  • Pinzette
  • Bügeleisen

Schritt 1

Zunächst muss das Gerät geöffnet werden. Dazu zuerst die Batterien entnehmen und die Armmanschette entfernen. Die Manschette wird durch zwei Schrauben im Batteriefach gehalten.

mbo_digimed_schrauben_manschette-1 mbo_digimed_schrauben_manschette-2

Anschließend müssen die zwei Schrauben auf der Rückseite entfernt werden um diese abnehmen zu können. Die Rückseite wird zusätzlich durch mehrere Rastnasen gehalten, diese lösen sich durch leichten Druck.

mbo_digimed_schrauben_rueckseite mbo_digimed_rastnasen_rueckseite

Schritt 2

Nun muss die Elektronik aus dem Gehäuse entfernt werden. Diese besteht aus zwei gestapelten Platinen die durch einen Pfostenstecker verbunden werden. Zunächst sollte das weiße Luftauslassventil und die Batteriekontakte gelöst werden. Das Ventil wird durch zwei Haken gehalten. Die Batteriekontakte können mit der Pinzette vorsichtig aus der Halterung gezogen werden.

mbo_digimed_elektronik-1

Anschließend die Platine gerade nach oben abziehen. Die untere Platine ist nun sichtbar. Sie wird durch 4 Schrauben gehalten. Diese lösen und die Platine vorsichtig entnehmen.

mbo_digimed_elektronik-2 mbo_digimed_elektronik-3

Schritt 3

Auf der Hauptplatine befindet sich eine Art Flachbandkabel. Dieses schwarz-weiß gestreifte Kabel verbindet das LCD Glas mit dem Mikrocontroller. Der Fehler bei meinem Gerät lag in den Kontakten vom Kabel zur Platine. Das Kabel scheint dem Aussehen nach eine kohlebasierte Leitschicht zu enthalten. Deren Kontakt zur Platine ist im Laufe der Zeit (durch Luftfeuchtigkeit?) immer schlechter geworden bis das Display dann ausfiel. Um den Kontakt wieder herzustellen kommt jetzt das Bügeleisen zum Einsatz. Ich habe das Bügeleisen dazu auf Stufe 1 gestellt und dann die Kontaktstelle auf der Platine mit leichtem Druck über die Kante der Bügelsohle gezogen. Anschließend das Gerät Testen (Platinen zusammenstecken, Batteriekontakte einsetzen und anschalten) und gegebenenfalls die Prozedur wiederholen.

mbo_digimed_buegeleisen

Schritt 4

Nun muss das Gerät nur wieder zusammengebaut werden. Dazu die Schritte oben in umgekehrter Reihenfolge durchgehen. Mit etwas Glück und Geschick hat man danach wieder ein funktionierendes Blutdruckmessgerät.

mbo_digimed_fertig

Written by Ferdinand

August 22nd, 2014 at 18:37

Reparatur eines elektronischen Halogen-Trafos

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Dieser elektronische Trafo (Modell EST 105/12.381 von Vossloh-Schwabe) zeigte seit kurzem ein merkwürdiges Verhalten: nach dem Einschalten leuchtete die Lampe eine Zeit lang ganz normal, begann dann zu flackern und erlosch schließlich. War die Lampe ein paar Minuten ausgeschaltet leuchtete sie wieder und das Spiel begann von vorne. Wo war das Problem? Die üblichen Verdächtigen waren der Dimmer und eben der Trafo.

Also den Trafo aus der Lampe ausgebaut und aufgemacht. Auf den ersten Blick sah alles normal aus, keine beschädigten Komponenten oder durchgeschmorte Leiterbahnen. Die Schaltung machte einen soliden Eindruck, alle Bauteile sind hochwertig und dürften auch die erhöhten Temperaturen im Trafo verkraften. Aber beim zweiten Blick sah ich es: eine Lötstelle am Transformator L3 (auf der Sekundär-Seite) war beschädigt. Wahrscheinlich war die Lötstelle gebrochen (evtl. eine kalte Lötstelle) und die im Betrieb fließenden Ströme haben dann das Lot rund um das Bauteil-Beinchen in Rauch aufgehen lassen. Dass die Lampe überhaupt funktionierte lag letztlich daran, dass sich die Lötstelle erst durch die im Betrieb auftretende Wärme ausdehnte und so den Kontakt unterbrach.

Eine kurze Behandlung mit dem Lötkolben später und der Trafo läuft wieder ohne Probleme.

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Written by Ferdinand

Februar 28th, 2013 at 21:10